Unsere Probleme sind weit entfernt von denen Asyl­­suchen­der. Flüchtende haben alles verloren und ha­ben einen für uns unvorstellbaren Fluchtweg hinter sich. Mit unserem Projekt Flucht nach DIN möchten wir den Blick schärfen für den sicheren Raum, der uns umgibt.

Weil wir uns sowieso regelmäßig treffen, haben wir im Januar beschlossen, uns vom 1. bis 17 Juli an der Schaufenstergalerie der altonale zu beteiligen. Die Themenvorgabe der Veranstalter war in diesem Jahr FLUCHT, wobei die Umsetzung des Begriffs den Beiteiligten freigestellt ist.

Wir haben lange überlegt, was wir zu diesem Thema beitragen können und wir haben ein Konzept entwickelt, das wir im Schaufenster des DB-Reisezentrums im und am Altonaer Bahnhof präsentieren. Das Reisezentrum hatte sich bisher noch nicht an der altonale als Teil der Schaufenstergalerie beteiligt. Aber wir wollten für unsere Umsetzung ein Schaufenster, das etwas mit dem Thema Flucht zu tun hat. So fragten wir beim Reisezentrum an.

Unsere Umsetzung: Flucht nach DIN

Die heutige Wohlstandgesellschaft sieht auch für West­europäer nicht mehr so rosig aus wie in den 1960er Jahren, als der Begriff geprägt wurde – gerade in Ottensen und Altona, wo spürbar der sozioökonomische Strukturwandel dazu führt, dass ärmere Bevölkerungs­gruppen abwandern müssen, um Platz zu machen für eine wohlhabendere Bevölkerungsschicht, die sich teurere Wohnungen leisten kann.
Unsere Probleme sind weit entfernt von denen Asyl­­suchen­der. Flüchtende haben alles verloren und ha­ben einen für uns unvorstellbaren Fluchtweg hinter sich.
Mit unserem Projekt Flucht nach DIN möchten wir den Blick schärfen für den sicheren Raum, der uns umgibt. Die Fluchtwege, mit denen wir konfrontiert werden in unserer „heilen Welt“, ­müssen nur bei akuter Gefahr be­treten werden und können – falls sie überhaupt in Anspruch ge­­nom­­men werden müssen – nach kurzem Weg ins Freie wieder verlassen werden. Dazu kommt der Luxus, dass sie ausgeschildert sind und der Norm entsprechen.
Wir haben für das Projekt verschiedene Fluchtwege in Ottensen und Altona fotografiert, die wir in den Fenstern des DB-Reisezentrums dokumentieren. Die Fluchtwege und die dazugehörigen Orte können auf der umseitigen gedruckten Karte  oder der interaktiven Karte, die über den QR-Code digital abrufbar ist, abgelesen und anschließend abgewandert werden. Die Gebäude, in denen sich die Fluchtwege befinden, sind meistenteils Baudenkmäler, die auf die entsprechende Seite von Hamburg.de verweisen. Die Fluchtwegroute beträgt kurze 6,8 km.

Die BesucherInnen können nach Belieben in den Fluchtparcours ein- und wieder aus­steigen und können die Fluchtwege zu jedem Zeitpunkt verlassen, um wieder sicher, unbeschadet und ohne materielle Verluste in ihr geschütztes Zuhause zurückzukehren.

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